Brandschutz in Wohngebäuden

Aufgabenstellung

Zielsetzung ist es, im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Tiroler Landesstelle für Brandverhütung die Bevölkerung auf die oftmals stark unterschätzten Risiken in den eigenen 4 Wänden und durch entsprechende Tipps und Sicherheitsregeln die Gefahren unter dem Motto ‚Brandschutz im Wohngebäude!‘ auf ein Minimum zu reduzieren, zu informieren.

Aktiver Brandschutz – Sicherheit für Haus und Familie

Unachtsamkeit und mangelnde Vorsicht sind die Ursache der meisten Brände, die oftmals leicht verhindert bzw. beim Entstehen mit einem funktionsfähigen Handfeuerlöscher schnell gelöscht werden könnten. Damit ein Brand auch früh erkannt werden kann, sollten in keinem Haushalt Rauchwarnmelder fehlen. Diese schlagen dann Alarm für lebensrettende Maßnahmen. Funktionssichere Rauchwarnmelder und Feuerlöscher schützen Leben und Sachwerte!

Gefahrenquellen ausschalten

In jedem Haushalt gibt es zahlreiche Brandquellen, denen wir uns nicht bewusst sind oder deren Existenz wir mit dem Gedanken „es wird schon nichts passieren“ gerne verdrängen. Doch überall dort, wo ein brennbarer Stoff und eine Zündquelle zusammen kommen, kann ein Brand entstehen. Und brennbare Stoffe gibt es im Haushalt zu genüge. Denn brennbare Stoffe sind nicht nur leicht entflammbare Flüssigkeiten oder Gase, sondern auch feste Stoffe wie Holz, Textilien oder Kunststoffe und somit annähernd der gesamte Hausstand. Daher ist bei der aktiven Brandvermeidung insbesondere auf mögliche Zündquellen zu achten. Und auch hier gilt, dass eine Zündquelle nicht nur eine offene Flamme sein muss. Ob Bügeleisen, Wäschetrockner, Ladegeräte, Akkumulatoren und weitere Elektrogeräte, die im ‚Stand-by-Betrieb‘ laufen, wie auch Kerzen oder Rauchwarenreste udgl., zur Zündquelle kann jeder Gegenstand werden, der Wärmeenergie abgibt.

Was ist für den vorbeugenden Brandschutz in Wohnhäusern zu tun?

Da Brandursachen, unter anderem elektrotechnische Defekte, sind, folgende Tipps:

  • Elektrogeräte bei Nichtgebrauch stets stromlos schalten (Stand-By-Modus bei PC, TV, Radio, oder DVD-Player ausschalten).
  • Am Besten: Stecker ziehen und Geräte spannungslos machen.
  • Mehrfachsteckdosen nicht durch zu viele Geräte überlasten. Steckdosenleiste über den Kippschalter ausschalten.
  • Bei akuten Wohnungsbränden zuerst das Elektrogerät strom- und spannungslos schalten, dann – wenn noch möglich – ins Freie tragen.
  • Feuerwehr über Notruf 122 alarmieren, Türen schließen, Wohnung verlassen, Mitbewohner warnen. Nur bei Entstehungsbränden Feuerlöscher einsetzen.

Was tun, wenn es brennt?

Jedes Feuer fängt klein an. Je nach Brandverlauf und Brandgut kommt erschwerend eine Rauchentwicklung hinzu. Bei entstehenden Bränden ist oft noch der erste, eigene Löschversuch möglich, um das Feuer zu löschen, eine Brandausbreitung zu verhindern oder zu verzögern, bevor die alarmierte Feuerwehr eintrifft.

Im Brandfall richtig verhalten

  • Behalten Sie Ruhe und Umsicht.
  • Achten Sie auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel, versuchen Sie den Brand umsichtig zu löschen. Eine brennende Pfanne löschen Sie am leichtesten, wenn Sie die Flamme mit dem Topfdeckel ersticken.
  • Rufen Sie, oder lassen Sie die Feuerwehr rufen.
  • Entstehungsbrände lassen sich oftmals mit dem Feuerlöscher oder einer Löschdecke im Keim ersticken. Doch achten Sie darauf, dass Sie beim Löschversuch, weder Ihr Leben noch das Leben anderer gefährden.
  • Halten Sie vom Brandherd genügend Abstand. Die Wurfweite des Löschmittels beträgt bis zu fünf Meter.
  • Löschen Sie mit kurzen Stößen, so können Sie den Löschvorgang verfolgen. Ferner vermeiden Sie somit, dass der Feuerlöscher bereits nach kurzer Zeit leer ist.
  • Sprühen Sie das Löschmittel nicht willkürlich in die Flamme, sondern gezielt auf den brennenden Gegenstand.
  • Falls Sie mehrere Feuerlöscher zur Verfügung haben, sollten Sie diese gleichzeitig einsetzen.
  • Bei elektrischen Anlagen und Fettbränden nie mit Wasser löschen.
  • Beobachten Sie den Brandherd auch nach dem erfolgreichen Löschvorgang. Hierdurch lässt sich eine mögliche Wiederentzündung vermeiden.
  • Lassen Sie den eingesetzten Feuerlöscher, auch wenn er nur teilweise entleert wurde, umgehend überprüfen und auffüllen.

Vorsicht bei Fettbränden

Nie mit Wasser bei brennendem oder heißem Fett löschen!

Wasser verdampft schlagartig im heißen oder brennenden Fett (1 l Wasser ergibt 1.700 l Dampf!).
Bei der Fettexplosion wird das heiße Fett ‚herausgeschleudert‘.
Personen- und Sachschäden sind die sichere Folge.

Gerade Kinder und Jugendliche, die unbeaufsichtigt kochen, backen oder frittieren, verunglücken schwer, weil sie mit Wasser das falsche Löschmittel einsetzen. Daher ist eine gute Brandschutzerziehung gefragt. Für Speiseöl- und Speisefettbrände ist zur Brandbekämpfung die Verwendung von Löschdecken oder speziell zugelassenen Feuerlöscher der Brandklasse F dringend zu empfehlen.

Sicherer Umgang mit Kerzen

  • Lassen Sie offen brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt!
  • Achten Sie auf möglichst große Abstände zwischen Kerzen und allen brennbaren Materialien. Verzichten Sie im Umfeld von Kerzen am besten gänzlich auf brennbares Deko- rationsmaterial und achten Sie darauf, dass (z.B. durch einen Luftzug) auswehende Vorhänge nicht an die offene Kerzenflamme gelangen können.
  • Stellen Sie Kerzen immer auf eine nicht-brennbare Unterlage z.B. aus Metall, Keramik o.ä. und achten Sie auch auf ausreichende Sicherheitsabstände oberhalb der Kerzenflamme (mindestens 20 cm)!
  • Lassen Sie Kinder niemals unbeaufsichtigt bei brennenden Kerzen zurück!
  • Auch Haustiere können eine Gefahrenquelle darstellen – lassen Sie Tiere (insbesondere Katzen) in einem Raum mit brennenden Kerzen nie unbeaufsichtigt.
  • Löschen Sie Kerzen ab, wenn Sie den Raum verlassen und lassen Sie auch Gedenklichter während der Nacht nicht unbeaufsichtigt brennen

Brandgefahr Zigarette

  • Nur sorgfältig ausgedrückte Raucherwaren können nicht mehr weiterbrennen.
  • Asche sowie Stummel gehören in den Aschenbecher, nicht in den Kunststoffsack bzw. Kunststoffeimer. Werfen Sie nur völlig ausgeglühte oder gut gewässerte Raucherwaren in den Abfall.
  • Rauchen im Bett, auf der Couch oder einem Sessel hat schon vielen Menschen das Leben gekostet. Der Raucher nimmt im Schlaf weder den Brand noch den Schmerz wahr und erstickt.
  • Rauchen Sie niemals in unmittelbarer Nähe von brennbaren Materialien.
  • Bewahren Sie Raucherwaren, Zündhölzer und Feuerzeuge so auf, dass Kinder keinen Zugriff haben.
  • Denken Sie daran, dass auch Zigarettenasche noch nach vielen Stunden einen Brand entfachen kann.

Brandrauch kann tödlich sein!

Circa 95 % der Brandtoten sterben den Erstickungstod aufgrund der beim Brandereignis entstehenden, hochgiftigen Brandrauchgase.

In den meisten Wohnungen sind keine rauchdichten Türen verbaut, sodass sich die giftigen Rauchgase in kurzer Zeit in der ganzen Wohnung verbreiten. Nächtliche Brände sind besonders gefährlich.

Zwei Drittel aller Brandopfer sterben in der Nacht. Ursächlich hierfür ist der eingeschränkte Geruchssinn des schlafenden Menschen und so Brandrauch nicht frühzeitig erkannt wird. Daneben nimmt starker Brandrauch die freie Sicht. Da Rauch nach oben steigt und das Atmen erschwert, ist im Brandrauchfall der Aufenthalt im raucharmen Bodenbereich geboten.

Seit dem Jahre 2008 (OIB-RICHTLINIE 2) wurde in Tirol für Neu-, Zu- und Umbauten aus Gründen des vorbeugenden Brandschutzes und zur Gefahrenabwehr in der Landesgesetzgebung veranlasst, dass Rauchwarnmeldern für Wohnungen gesetzlich notwendig sind. Rauchwarnmelder sollten hiervon unabhängig aus Gründen der Eigenverantwortung für jeden Wohnungsinhaber bzw. Wohnungsmieter selbstverständlich sein.

Bei Brandrauch im Fluchtweg ist besonders zu beachten:

Wenn der Fluchtweg ins Freie, wie z.B.: das Treppenhaus, bereits verqualmt ist, Ruhe bewahren, in der Wohnung bzw. Zimmereinheit bleiben, notfalls Wohnungstür bzw. Zimmertüre schließen und mit nassen Tüchern abdichten, Feuerwehr alarmieren, sich an der Straßenseite zugewandten Fenstern bemerkbar machen.

Auch hier gilt: Feuerlöscher nur bei Entstehungsbränden einsetzen!

Lebensrettende, vorbeugende Brandschutzmaßnahmen für Haus und Familie:

  • Rauchwarnmelder in Wohn-, Schlaf-, Kinderzimmer und Fluren, die als Rettungsweg dienen, installieren, damit Entstehungsbrände frühzeitig entdeckt und die Bewohner rechtzeitig alarmiert werden können.
  • In jedem Haushalt sollte mindestens ein geeigneter Feuerlöscher vorgehalten werden. Am besten gut sichtbar und leicht zugänglich im Gebäude platzieren, damit im Brandfall der Feuerlöscher für jedermann schnell und sicher eingesetzt werden kann.

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