Im Jahr 2024 wurden in Tirol 787 ausgewertete Brandfälle (mit mehr als € 2.000,- Schaden) verzeichnet. Die daraus resultierende Gesamtschadenssumme beträgt € 37,95 Mio. Zusätzlich waren 4 Brandtote und 83 Brandverletzte zu beklagen.

Tätigkeitsbericht

 

Im Jahr 2024 wurden von der Tiroler Landesstelle für Brandverhütung bei
1.428 Verhandlungen Sachverständige zur Vertretung der Interessen des vorbeugenden Brandschutzes beigezogen. 

Für Verfahren, bei denen keine Teilnahme möglich war, wurden 2.623 Gutachten erstellt.  Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 285 brandschutztechnische Anlagen einer Überprüfung bzw. Revision unterzogen. 

Für insgesamt 1.393 Objekte wurde ein Sachverständiger für die Feuerbeschau bereitgestellt – damit haben sich die feuerpolizeilichen Überprüfungen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Im Ausbildungsbereich konnten die Tätigkeiten deutlich gesteigert werden. Besonders hervorzuheben sind:

  • der neu ins Leben gerufene Zertifikatslehrgang für hochbautechnische Sachverständige am Bildungsinstitut Grillhof

  • Vorträge im Rahmen der Bau- und Holzbaumeister-Vorbereitungskurse an der Bauakademie Tirol

Darüber hinaus wurden rund 20.000 E-Mails bearbeitet und mehr als 7.200 Telefonate geführt. Im Jahr 2024 wurden zudem 31 Brandursachenermittlungen durchgeführt.

Entwicklung der Schadensstruktur

Die Analyse der Schadenshöhe nach Risikogruppen zeigt:

  • Die Schadenshöhe in der Risikogruppe „Zivil“ stieg gegenüber 2023 um 4,19 %, liegt jedoch nur geringfügig über dem 10-Jahresschnitt.

  • In der Risikogruppe „Gewerbe“ liegt der Anteil mit 30,1 % nur leicht über dem langjährigen Durchschnitt.

  • In der Industrie kam es zu einer Steigerung um 7 %. Hier besteht insbesondere im organisatorischen Brandschutz sowie in der Bewusstseinsbildung weiterhin Optimierungspotenzial.

  • In der Landwirtschaft konnte die Schadenshöhe gegenüber dem Vorjahr um 10,10 % gesenkt werden – unter anderem durch verstärkte feuerpolizeiliche Überprüfungen.

  • Die Gruppe „Sonstige“ liegt mit 5,2 % im langjährigen Durchschnitt. 

 

Ausblick

Die im März 2025 erfolgte Änderung der Tiroler Bauordnung im Bereich brandschutztechnischer Sachverständiger soll künftig zu effizienteren Abläufen und schnelleren Bearbeitungszeiten beitragen. Damit leistet die Brandverhütung Tirol einen weiteren Beitrag zur Verwaltungsvereinfachung und zur Erhöhung der Sicherheit im Land Tirol.

Ziel bleibt es, die Anzahl der Brandfälle sowie die Höhe der Schadenssummen nachhaltig zu reduzieren – durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, Ausbildung und Bewusstseinsbildung in allen Risikobereichen.

Brandschäden über 50.000€ im Jahr 2024